Die Provenienzforschung der Stiftung
 
Kunsthaus Zürich 2010
Seit 2002 verfolgt die Stiftung die kontinuierliche Aufarbeitung der Provenienzen aller Werke in der Sammlung. Sie kann dabei auf Vorarbeiten aufbauen, die bis ins Jahr 1948 zurückreichen. Damals stellte Emil Bührle einen Privatsekretär für seine Sammlung an, der die Aufgabe hatte, alle erreichbaren Informationen zu den gekauften Werken zu erfassen. Erstmals wurden diese Angaben 1958 im Katalog der Sammlung von Emil Bührle publiziert, den das Kunsthaus bei Eröffnung des von Bührle gestifteten Ausstellungssaals herausgab.

Den für Emil Bührle tätigen Konservatoren verdankt die Stiftung ein umfangreiches Archiv, das als Ausgangspunkt für die neuere Forschung lokalisiert und erschlossen werden konnte.
Seit 2002 wurden die vorhandenen Angaben mit der neueren Forschung abgeglichen und unter Beizug der international renommierten Provenienzforscherin Laurie A. Stein (Chicago/Berlin) in ein System überführt, das nicht nur jeden bekannten Besitzerwechsel eines Kunstwerks erfasst, sondern auch offenlegt, worauf sich die entsprechende Information stützt. Das Ergebnis dieser Forschung wurde für die Öffentlichkeit 2010 sichtbar, als bei einer Ausstellung der Bührle-Sammlung im Kunsthaus Zürich Provenienzfragen unter Verwendung originaler Dokumente aus dem Archiv der Stiftung behandelt wurden.

Seither sind die Provenienzen sämtlicher Werke im Besitz der Stiftung jederzeit auf der Website der Stiftung einzusehen. Die Angaben werden regelmässig aktualisiert, vor allem dann, wenn es der Stiftung gelingt, Zugang zu Dokumenten aus anderen Archiven zu erhalten, die eine Provenienzgeschichte mit neuen Erkenntnissen ergänzt. Die Dokumente im Archiv, welche Grundlage der auf der Website der Stiftung publizierten Provenienzberichte sind, wurden inzwischen digitalisiert und werden Forschenden im Lesesaal der Kunsthaus-Bibliothek in Zürich zugänglich gemacht werden.